Scheiße bin ich krank und ausgerechnet heute muss der Bus meilenweit entfernt stehen. Er passt leider nicht beim Kafe Marat vor die Tür und Dawid setzt uns daher nur kurz ab, wir laden unser Merchandise aus und er parkt irgendwo auf einer Raststätte.
Habe ich euch Dawid eigentlich schon vorgestellt? Er hat eine eigene Myspace-Seite und so viele Fotos wie er von uns macht (Bomba beim Joggen, Jan beim Rasieren vor der Busfensterscheibe, …) schätze ich, dass er das eine oder andere irgendwann bei Youtube hoch lädt. Zumindest hat er gesagt, er macht das manchmal… Hier mal Dawids Myspace-Seite: http://www.myspace.com/touringdawid .Und er sagt, wenn man auf Youtube nach Nightliner googelt, dann findet man die Videos, die er aus den Fotos zusammenstellt. Hab da aber noch nichts gefunden
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München ist kalt heute, ich friere und das nicht allein wegen meiner Erkältung. Und ich brauche eine Dusche… die gibt es im Müllerschen Volksbad aus dem 19 Jahrhundert (?!). Geschmackvoller Jugendstilbau mit einer Einrichtung in ochsenblutbraun (und das ist kein Scherz, das heißt wirklich so). Wie das mit dem Schlüssel und der Umkleidekabine allerdings funktioniert ist mir lange ein Rätsel geblieben, also nur was für eingefleischte Münchner. Duschen ist aber auch einfach eine so unglaublich geile Sache! Zum Essen waren wir stilecht in so einem bayerischen Gasthaus mit einer unfreundlichen Bedienung, die wohl versuchte lustig zu sein. Im Übrigen hat sich keiner getraut „6 mit Kraut“ zu bestellen und so bleibt mir für immer verborgen was es damit auf sich hat…
Das Kafe Marat hat sich beim Aufbau der Anlage nicht lumpen lassen und die ansonsten recht kleine Bühne mit Hilfe von Paletten erweitert. Das war auch nötig, denn 11 Leute brauchen ja auch ihren Platz. Ein bisschen hab ich befürchtet, dass die fette Anlage vielleicht das ohnehin einsturzgefährdete Gebäude an den Rand seiner Existenzfähigkeit bringt, aber es ist alles heil geblieben.
Gigs unter Woche sind etwas gewöhnungsbedürftiger als am Wochenende (und die spielen wir ja sonst immer). Es braucht etwas länger bis das Publikum aufgetaut ist und es kommen natürlich weniger als sonst. Aber München hat alle Erwartungen übertroffen: es waren mehr als 100 Leute da und das ist ja für einen Gig unter Woche unglaublich großartig! Müde waren die Münchenr und Münchnerinnen auch erst, aber es brauchte dieses Mal keinen Stromausfall, um sie aus der Reserve zu locken. Und zum Ende der Show, als wir schon alle längst im Backstage saßen, standen immer noch 50 Leute vor der Bühne und verlangten nach der Mic Mafia mit „Wann jeht der Himmel wieder op“ so lange und so intensiv, dass DJ Ra das Lied schließlich von Platte laufen ließ.
Dawid kam pünktlich wie immer, um uns abzuholen und hat mit uns noch einen Autohof aufgesucht, damit wir duschen konnten. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Luzern, über die Schweizer Grenze, wo Oli von Direct Raption das Konzert mit uns veranstaltet. Es wird auch ein weiterer Fahrer zu uns stoßen, der sich die 1000 km mit Dawid teilen wird. Bin gespannt, wie es morgen meinem Hals geht. Gestern Nacht bin ich mit den Ohrstöpseln in der Hand, Hose noch an, Haargummi noch in den Haaren und Brille auf dem Kopfkissen eingeschlafen, so erschöpft war ich. Morgen muss das aber echt besser sein. In der Schweiz gibt es in den Clubs kein Rauchverbot und ich werde mit meiner Bitte um Nichtrauchen wohl kaum auf Gegenliebe stoßen. Heute war das schon so schlimm – nach meinem ersten Rap-Part habe ich gedacht, ich kann nicht mehr sprechen, geschweige denn singen oder rappen. Und wieder verschwand eine Ibuprofen nach der anderen in meinem Mund und was ist das für eine Erleichterung, wenn sie anfangen zu wirken und der Schmerz nachlässt. So habe ich den Auftritt zuende bringen können und erst im Bus gemerkt, dass ich mal nen Gang runterschalten muss, wenn ich mich morgen nicht wie Deadly anhören will.