Irgendwann mitten in der Nacht haben wir die Grenze passiert, dem Zöllner 700 EUR cash auf die Hand als “Pfand” für den Merchandise-Verkauf da gelassen und sind bei strahlendem Sonnenschein ein paar Stunden später in Luzern eingefahren. Dank unseres teulfischen Fahrers Dawid wieder viel früher als erwartet und geplant. Für uns gut, für die Veranstalter etwas schlechter, denn wir klingeln sie regelmäßig zu früh raus. Ich mag Besuch uch nicht, der regelmäßig 2 Stunden früher auf der Matte steht als angeklündigt. Aber es hat uns auch in Luzern einmal wieder keiner übel genommen
Ich habe meiner Erkältung zuliebe eine Auszeit genommen, habe mich in die Koje verzogen und geschlafen, während die anderen an einer Diskussionsrunde in einer Schule und beim Radiointerview dabei waren (dank des schönen Wetters und des in der Nähe gelegenen Sees nahmen am Radiointerview auch nur noch Chaoze und Deadly teil).
Ich habe den Tag also mehr oder weniger verpennt, einzig das sehr gute Essen habe ich mir nicht entgehen lassen: Couscous mit Gemüse-Tomaten-Soße und das war erst der Anfang. Das Catering nach der Show (um das mal vorwegzunehmen) war großartig, obwohl vegan. Ich habe da so meine Vorurteile und werde selten eines besseren belehrt, aber die SAITAN SUPA CREW konnte das. Schon vor der Show haben wir Brot, Kartoffeln und Gemüse mit verschiedenen Dipps, Blätterteigschnecken, Schokoladenkuchen und süße Datteln mit Pistazien bekommen. Einige von uns mussten wir richtig mit Gewalt vom Büffet weg zur Bühne zerren! Der absolute Hammer aber war der Schokoladenkuchen in Bühnenform mit uns als Marzipanfiguren drauf. Bütti hat dann Önders Kopf gegessen, der sich das nicht gefallen lassen wollte und daher Büttis Kopf gegessen hat. Eine Schokopraline machte dann aus dem ehemaligen Bütti so etwas wie Darth Vader. Zum Glück fehlte jeglicher Voodoo-Zauber, sonst hätte irgendwer wohl wahnsinnige Kopfweh gehabt.
Vor uns sind noch Direct Raption auf die Bühne gegangen und haben das publikum angeheizt, von dem zugegebenermaßen mehr hätte da sein sollen. Wie wir später erfahren haben, hat sich aber ein Teil des HipHop-Publikums bei einer Freestyle-Session aufgehalten. Mit denen die da waren (und das waren ja für einen Donnerstag nicht wirklich wenige), hatten wir aber eine gute Show, nicht zuletzt auch dank Smiley, der uns abgemischt hat.
Aber wie gesagt, das Essen war so unglaublich, dass ich mich an den Auftritt nur schemenhaft erinnern kann. Leider mussten wir es richtig runterschlingen und uns abhetzen mit duschen und einpacken, denn um 1 Uhr mussten wir los – der längste Teil der Fahrt stand uns (na ja eigentlich Dawid) bevor. Die Strecke sollte sich Dawid mit Gabriel, einem weiteren Fahrer teilen und als der mir am nächsten Morgen aus dem Bus entgegen kam, dachte ich erst: “Ach du scheiße, wir haben irgendeinen aus Luzern mitgenommen, der sich in unsere Bus zum Schlafen gelegt hat.”, doch dank Gabriel (und Dawid) kamen wir wieder viel zu früh in Straußberg in der Nähe von Berlin an. Von wegen bis 16 Uhr im Bus sitzen…
Ich hab wieder mal nicht viel mitbekommen – Ohrstöpsel und Vorhang sei dank.